Kleine dicke Franken im Alsterhaus

, am 16:06

Mehr Winzer_innen als Teilnehmer_innen

Am 1. Dezember lud die Marketing-Gruppe des Frankenweins zur Probe einiger ausgewählter Großen Gewächse ins Alsterhaus. In der Bank-Lounge im Feinschmecker-Paradies vom Alsterhaus warteten 6 Winzer_innen mit jeweils einem großen Gewächs auf Probierwillige.

Leider waren nicht allzuviele Menschen bekommen. Das trübte die Stimmung auf Seiten der Winzer_innen glücklicherweise nicht merklich. Zu Beginn gab es drei Weine, die keine Silvaner sind und dementsprechend den normalen Weintrinker eher überraschen. Als Erstes durften wir einen 2009 Weisser Burgunder *** von Weingut Graf von Schönborn trinken. Eigentlich ist Weisser Burgunder für mich eine unnötige Mode-Rebe aber der hier war richtig gut. Intensive Nase, sehr stark im Geschmack. Bei den Reben handelt es sich um Klone vom Pinot Blanc aus Frankreich und alles ist handgelesen . Von Ernte bis Bereitung im Weinkeller. Sehr cremig. Dazu gab es launige Geschichten vom Winzer über den Schloßberg und regelmäßige Schäferstündchen auf dem selben.

Der nächste Franke war dann im typischen Bocksbeutel. Ein Riesling vom Weingut am Stein aus der Lage Würzburger Innere Leiste. Hier wurde nicht nur etwas für Nase und Gaumen geboten. Winzerin Knoll war persönlich anwesend und machte ordentlich Werbung für Würzburg, das Weingut und ihre Weine. Ein 2009er Großes Gewächs aus einer der besten Lage Frankens. Der beisst noch ordentlich in den Backen, schmeckt leicht salzig und hat nominell 6,9g/l Restzucker, den man aber nicht schmecken kann. Schnuffiger Wein mit tollem Duft und einem seeeeehr langen Abgang.

Der nächste und letzte Nicht-Silvaner war und ist mein Favorit. Was für ein geiler Wein. 2009 Würzburger Stein Hagemann vom Weingut Bürgerspital. 40 Jahre alte Reben von der Stiftung, für das große Gewächs werden natürlich nur die besten Trauben selektiert. Sehr vielschichtig, am Gaumen ne Rakete. Mit dem Fläschchen habe ich mich erstmal zur Ruhe gesetzt (bis zum nächsten Wein…)

Der erste Silvaner war das Große Gewächs vom Escherndorfer Lump, der 2010 Silvaner. Das Weingut Sauer hatten wir ja bereits einmal besucht und der Liter-Silvaner war sehr beliebt in der Weinbar. Das Große Gewächs ist ein großer Wein. Riecht wie ein Williams-Birne-Schnaps, schmeckt unheimlich rauchig. Herrlicher Geschmack mit langem Nachhall.

Der 2008er Schlossberg vom Castell ist ein Silvaner Großes Gewächs. Zwar schon ein etwas älterer Jahrgang aber unheimlich verschlossen und wird noch lange reifen können. Im Geruch etwas verhaltener als der Silvaner von Sauer und erinnert mich an frische Gurke. Im Geschmack sehr kräuterig. Ein Wein mit Potential.

Zum Abschluß gab es neben Canapées und Schnittchen noch den Silvaner Großes Gewächs von 2010 vom Iphöfer Julius-Echter-Berg vom Juliusspital. Die zweite Stiftung aus Würzburg, die Top-Weine produziert. Früher durften die Stiftungsbewohner 1,2l Wein am Tag trinken und an Feiertagen das Doppelte. Dafür wurde größtenteils produziert, heute werden die Erlöse für die Stiftungsarbeit genutzt. Der Silvaner ist tiefgelb, riecht etwas erdig. Noch sehr jung, säurebetont und füllig. Kann man getrost noch ein paar Jahre liegen lassen.

Franken wird wirklich unterschätzt. Top-Weine von sehr netten Winzern! Wir werden mal einen ausgiebigeren Besuch ins Auge fassen!

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