Auftakt Tour VDP.Grosse Lage in Berlin am 7.9.

, am 19:20

Lange ist der letzte Blog-Eintrag her. Irgendwie kam immer viel dazwischen, facebook war einfacher zu bedienen und die Lust am Schreiben litt etwas. Aber das wird sich jetzt wieder ändern! Wir waren in den letzten Monaten viel unterwegs und haben auch für die nächste Zeit so einiges vor. Das müssen wir Euch einfach erzählen!

Montag früh ging es mit Grenouille im ICE nach Berlin zur Erstverkostung der Großen Gewächse der VDP-Weingüter. Seit fünf Jahren fahren wir da regelmäßig hin und es ist immer ein spannender Einblick in das jeweilige Jahr. Grenouille und ich sind uns selten einig was Weine angeht, dementsprechend schreibt jeder seine eigenen Eindruck des 2014er-Jahrgangs.

Der ältere bekommt Vorrang, d.h. hier der Bericht von Grenouille.

Wat riecht denn hier so komisch?

Für Fleiß beim Wein probieren sind wir bekannt. Gaumen, Zunge und Kugelschreiber immer in Höchstform. Dieses Jahr gab es wieder über 100 Probennotizen in 5 Stunden. Erschreckenderweise waren wir bei unserer Ankunft zurück in Hamburg so nüchtern wie nach einem langen Arbeitstag. Spucken haben wir also gelernt!

Heiko hatte mich mit den Infos der Vorverkostungen gefüttert, aber wie es sich für uns gehört, führte der 1. Weg zum Stand der Dönnhoffs. Liebe Begrüßung durch Anne und mal gleich ne Benchmark mit Felsenberg, Dellchen und Hermannshöhle inhaliert. (ich hab jeweils nen gaaaaanz kleinen Schluck……….). Wie immer top und noch viel zu jung!

Aber auch der Rest der anwesenden Nahe setzte wieder Zeichen: Diel, mit drei durch die Böden sehr verschieden rüberkommenden GGs. Schäfer-Fröhlich,  der Wein einfach nur als endgeil zu bezeichnen. Die wilden Spontinoten, die extreme Länge aller 4 GG, das Maul muß auch mal voll sein!

Gewohnt gut auch Emrich- Schönleber, wobei mir das Frühlingsplätzchen mit seiner feinen Kräuternote sehr gefallen hat.

Es wurde nach der ersten Stunde deutlich voller im Saal, der mich ein wenig an die Zoll-Location in Hamburg erinnerte. Wir suchten uns daher immer eher Stände, die nicht ganz so umlagert waren. Rheinhessen war diesmal eher durchwachsen, top vor allem Wittmann mit Morstein und Brunnenhäuschen, das Kirchspiel von Groebe und wie letztes Jahr der Newcomer Winter mit Leckerberg.

Schnaitmann aus Fellbach bei Stuttgart (Württemberg) hat Heiko, nach seiner “Kritik” in diesem Blog vor ein paar Jahren, gleich wiedererkannt und führte uns wohlgelaunt durch sein (sehr gutes) Portfolio. Wir wechselten die Gebiete weiterhin je nach Gemengelage. Auf mein Drängen mußte der arme Heiko auch zweimal Saale/ Unstrut probieren, aber die Riesling GG mit so wohlklingenden Namen, wie z.B.: Edelacker und Hohe Gräte überzeugten uns zu sehr Verwöhnte nicht. Beden muffig, wild, unharmonisch, einfach anstrengend!

Ganz klar als Gebiet überzeugt hat uns dann auf jeden Fall die Pfalz! Dr. Wehrheim, der uns vom Besuch im April nicht wiedererkannte, Christmann, der Heiko drohte ihn von der Liste des IDIG zu nehmen, sollte er je erfahren, daß dieser die Idig- Magnen zu früh öffnen würde, ganz besonders auch Philipp Kuhn, Karl Schäfer, Pfeffingen, Kranz, Bassermann- Jordan, Buhl… Alle sehr schön, nicht so dick, sondern eher mit Finesse ausgestattet.

Teile von Mosel-Saar-Ruwer hat uns auch sehr gut gefallen, vor allem der Fritze Haag, Karthäuserhof, die auch zwei GG aus 10 und 09 dabei hatten. Heymann- Löwenstein hat uns letztes Jahr besser gefallen und van Volxem war ständig von Hipstern umlagert, so dass wir nichts probieren konnten.

Wieder einmal enttäuschte uns der Rheingau. Es gab spannende Weine, Künstler z.B., mir gefielen noch einige Berg Rottland von verschiedenen Erzeugern, aber in der Masse nix, wofür ich (immer mehr) Geld ausgeben würde.

Bacharacher Hahn vom Weingut Toni Jost am Mittelrhein ist in 2014 auch ein dichter, sehr langer, mineralischer Stoff.

Ob der Fülle waren wir gegen Ende dann doch etwas gesteßt, aber wir weckten unsere Lebensgeister dann nochmal bei Anne Dönnhoff, die uns die fruchtsüße Hermannshöhle Spätlese Versteigerungswein kredenzte. Solch eine extreme Länge, Harmonie, prickelndes Süß- Säurespiel, endgeil!

Gib mir mehr Hermannshöhle!

Dann machten wir noch ein paar Abstecher zu den besten Spätburgundern (meistens 2013 oder 2012). Mir gefiel Adeneuer am Besten, obwohl der Gladbach Fan sich doch etwas herablassend über unser Team und das Pokalspiel äußerte. Wehrheim und Christmann waren mir alle viel zu konzentriert trotz teilweise famoser Säure.
Auch der Abschluß mit Sankt Paul von Friedrich Becker war nicht so meins.

Riesling rulez!

Danach kehrten wir noch in Ottis Imbiß ein. Leider saumäßige Qualität! Hatte deutlich mehr erwartet…..bei dem Namen…..

Ottis Grill in Alt-Moabit

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