Wo ist denn der Kaiserstuhl?

, am 20:18

Das Auswärtsspiel des FC St. Pauli beim SC Freiburg elektrisierte die vinophile St. Pauli-Fangemeinde seit der Spielansetzung der DFL. Leider musste man extrem lange warten bis das Spiel endlich terminiert wurde. Das erhöhte den Preis der Bahnfahrt und die Anzahl der Flüche Richtung Frankfurt immens!


 

 

Auf dem Hinweg ging es kulinarisch schon mal in eine bunte Richtung. Rieslinge, Chardonnay, die (untrinkbare) Cuvee der Skinheads St. Pauli, Scheurebe, Cabernet Franc aus Kanada bis zur frucht- und alkoholbombe Faial. Kurz im Landhaus Trautwein in Oberrotweil die Gaumen entspannt und zur ersten Weinprobe von Bercher-Schmidt geeilt.

Der Junior und jetzige Weingut-Chef führte sehr ausführlich und geduldig durch die Probe mit dem aufgeschreckten Burgunder-Haufen aus Hamburg. Perfekt ist der 2014er Cremant aus Burgundertrauben zum Einstieg, sehr lebendige Lagen-Weine, intensive Kräuter-Noten in den holzfassgelagerten Spätlesen bis zu sehr fetten Rotweinen inklusive einem Nebbiolo. Fast vier Stunden wurden wir durch fast das ganze Angebot geleitet und Weingut-Senior tischte noch selbstgemachte Pasten, Butter und andere Leckereien auf. Ein sehr entspannter Einstieg in den Kaiserstuhl (den wir bis dato noch nicht gefunden hatten).

Meine Top-3 von Bercher-Schmidt:
1. 2014er Cremant Winzersekt aus Burgundertrauben (11 Euro)
2. 2015er Oberrotweiler Käsleberg Weißburgunder Kabinett trocken (8,40 Euro)
3. 2014er Burkheimer Feuerberg Spätburgunder Spätlese trocken (16,00 Euro)

Nach einer kurzen Ruhephase, die sich Schlaf nennt, führte uns ein pittoresker Spaziergang durch die Weinberge von Bischoffingen zum Weingut Johner in Vogtsburg-Bischoffingen. Von manchen der Reisegruppe schon oft besucht, viel getrunken und abgefeiert. Gefeiert hatte nicht nur die Reisegruppe St. Pauli, sondern auch die Familie Johner. Das tat einer umfangreichen und sehr informativ-schmackhaften Probe keinen Abbruch. Familie Johner besitzt auch noch ein Weingut in Neuseeland und von beiden Weingüter gab es ein paar Tropfen zu genießen. Johner senior war einer der Ersten in Deutschland, der konsequent auf Schraubverschluß gesetzt hat und auch mal andere Rebsorten ausprobierte. Mein Probierzettel hatte extrem viele Kreuze (ein gutes Zeichen) und mein Spucknapf blieb trocken wie die Sahara (noch ein besseres Zeichen).

Meine Top-3 von Karl H. Johner:
1. 2015er Weißburgunder & Chardonnay (16 Euro)
2. 2011er Pinot Noir “Bischoffinger Steinbuck” (30 Euro)
3. 2014er Grauer Burgunder “SJ” (25 Euro)

Mit dem öffentlichen Nahverkehr waren wir flott auf der anderen Seite von Vogtsburg, in Oberbergen. Nach einem fantastischen Mittagessen in der Bauernstub “Zum Rebstock” mit sehr guten Sekt und Weinen schlugen wir beim Platzhirschen des Kaiserstuhls, Weingut Schwarzer Adler Franz Keller, auf. Ein sehr modernes Weingut in den Berg gebaut mit langer Historie, Hotel und drei Restaurants. Besitzer ist der jetzige Präsident vom SC Freiburg, Fritz Keller, der unterhaltsame Geschichte über das Weingut, die Ortschaft und die Enterbung durch seinen Vater ob des falschen Vereins in Freiburg, dem er anhing. Wir probierten uns durch die achtseitige Preisliste und durften auch ein paar ältere Tropfen probieren. Wiederrum eine sehr schöne Probe mit langem Atem vom Winzer und uns.


Meine Top-3 bei Franz Keller:
1. 2014 Oberbergener Baßgeige Weißburgunder trocken (12 Euro)
2. 2013 Eichberg Große Lage Spätburgunder (60 Euro)
3. 2014 Schlossberg Großes Gewächs Grauburgunder (35 Euro)

Am nächsten Tag wartete der krönende Abschluß! Das Auswärtsspiel vom FC beim SC Freiburg. Ein entspannter Vormittag in Freiburg, eine spannende zweite Halbzeit und eine entspannte Heimfahrt. Mehr ist dazu nicht zu schreiben!

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