Ein Glas Wein für 70 Euro

, am 16:17

Das Objekt der Begierde

Da soll mal jemand behaupten in der Weinbar Sankt Pauli werden keine großen Tropfen geköpft! Ein Bekannter der Weinbar hatte bei einer Wohnungsauflösung im Keller ein paar Flaschen Wein gefunden, darunter auch ein paar sehr Alte. Da er sich damit nicht auskannte, kam er natürlich zur Weinbar seines Vertrauens und dank der Hilfe unseres Wein-Freaks aus Eißendorf konnten wir die Sache etwas aufklären. Die eine Buddel hatte kein Etikett mehr aber auf der Kapsel war „Chateau Mouton-Rothschild“ zu erkennen und der Wein war auf „Shoulder“. Die zweite Buddel hatte ein intaktes Etikett und entpuppte sich als ein Sauternes Premier Cru Superieur vom Chateau d´Yquem. Laut Versteigerungs-Seiten im Internet wird eine Flasche mit 900 Euro taxiert. Die Flasche Mouton-Rothschild bekamen wir geschenkt, da unser Bekannter nichts damit anfangen konnte und wir nutzten unsere Neugierde und die unserer Gäste für eine Spendensammlung für den Fanladen St. Pauli (www.stpauli-fanladen.de).

Die Spannung steigt

Schon lange vor der geplanten Öffnung der Flasche fanden sich die 9 Teilnehmer_innen ein und es zog sich etwas hin. Der Korken war so durchfeuchtet, dass er in viele kleine Einzelstücke zerfiel. Auf dem letzten Stück stand dann der Jahrgang „1955“. Laut Wikipedia ein sehr guter Jahrgang und das Etikett hatte damals George Braque gestaltet. Der Überblick im Internet gab uns auch einen Preis für die Flasche bekannt, zwischen 250 und 750 Euro werden dafür bezahlt. Wir sammelten eine Spende von 200 Euro insgesamt ein und gossen durch einen Teefilter den guten Tropfen ein. Am Korken roch es noch stark sherry-mässig, im Glas noch etwas nach Keller aber er schmeckte tadellos. Nicht unbedingt der totale Gaumenschmeichler für den man soviel Geld bezahlen würde aber eine Erfahrung fürs Leben. So oft wird man nicht einen 55 Jahre alten Wein trinken.

Im Anschluß spendierte C. Grenouille auch noch eine Riesling Beerenauslese von 1971 vom Weingut Simon Herrenberg (Serriger Herrenberg), ein dunkelbronzefarbener Süßwein und einen Grand Cru Chateau de Fieuzal von 1990 aus dem Pessac/Bordeaux.

Zum Nachspülen gab es noch einen 1990er Bordeaux

Am Ende fühlte man sich viel älter aber auch wieder eine Erfahrung reicher und denkt mal wieder darüber nach jetzt die Jahrgänge von heute zu kaufen, um bei Wohnungsauflösungen bei uns die Verwandten und Weintrinker glücklich zu machen.

Älter als die beiden Weinbar-Besitzer aber genauso süß!

2 Reaktionen zu “Ein Glas Wein für 70 Euro”

  1. Matt

    Warum haben Sie sich bloß nicht den D’Yquem schenken lassen …?
    Diese Gelegenheit wird nie, nie wiederkommen!

  2. heiko

    Die Gelegenheit liegt immer noch gut versteckt bei uns aber die Verhandlungen über den Preis des Schenkens sind noch nicht abgeschlossen…

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