Das herbeigesehnte Bier vom Fass

, am 22:00

Schilda in Eltville

Selbst bis Hamburg hörten wir den Riesling rufen und selbstverständlich ließen wir uns nicht zweimal bitten. Das Rheingau, rechtsrheinisch und damit am stetigen Südhang des Flusses gelegen, war unser Ziel des Wochenendes und es sollte das malerische Wein-, Sekt- und Rosen-Städtchen Erbach-Eltville sein. Perfekt organisiert von unserem Wein- und Weinbar-Berater C. Grenouille ging es mit dem Zug über Wiesbaden nach Eltville. Nach kurzem Zwischenstop am Hotel wartete schon das erste Weingut Jakob Jung (www.weingut-jakob-jung.de) auf durstige und weinhungrige Zungen. Der Neffe vom damaligen Verteidigungsminister, Alexander Jung, führte uns in hessischer Mundart in sein Weingut und  die Weine ein.

Unser Hotel (links unser Turmzimmer)

Wir begannen mit seiner klassischen Linie, einem Lagen-Riesling Kabinett und einem weiß gekelterten Spätburgunder. Der CHARTA-Riesling machte mit seiner Mineralik Appetit auf die Ersten Gewächse und die Rotweine. Der Erbacher Steinmorgen Riesling Erstes Gewächs und der Erbacher Hohenrain Riesling entführten uns in Schwärmereien und Heiratsanträge an den Junior des Weinguts. Viel Eleganz, die unterschiedlichen Böden der beiden Lagen waren herauszuschmecken und der Nachhall begleitete uns in die Rotweine. Rheingau kann auch ROT! Der 2007 Erbacher Michelmark Spätburgunder war schon dunkelrot und satt doch der Erbacher Steinmorgen Spätburgunder, der 12 Monate im Barrique-Fass lagerte, liess den Stift auf dem Bestellzettel glühen. Fetter Spätburgunder mit großer Zukunft. Da muss man sich wieder halbjährlich auf die Finger kloppen, um den nicht allzu bald mal wieder aufzureißen. Zum Abschluss unseres zweistündigen Aufenthaltes genossen wir noch die 2007 Erbacher Michelmark Riesling Auslese und die Riesling Ausles „S“ aus besonders selektierten Trauben. Cremige Weine mit abgerundeter Säure. Vor dem Abflug zum nächsten Weingut nahmen wir noch einen kleinen Absacker, den Erbacher Spätburgunder Tresterbrand zu uns. Mit einem leichten Lied auf den Lippen wanderten wir den Berg hinunter zum Familienbetrieb von Heinz Nikolai, der zu 85% Rieslinge anbaut (www.heinz-nikolai.de).

Um Energie zurückzubekommen gab es erstmal ein Glas 2007 Erbacher Honigberg Spätburgunder Weißherbst Sekt trocken. Schön süffig und lachsfarben. Von dem Riesling Kabinett der Erbacher Michelmark gingen wir zum Hallgartener Schönhell, zu den Ersten Gewächsen des Steinmorgen und suchten zum Abschluß des Weißwein-Bereichs noch die edelsüssen Spitzengewächse auf, die mit dem Kiedricher Sandgrub Riesling Eiswein SL einen 2002er mit einem Restzucker von 237g pro Liter den Gaumen herrlich verklebte. Auch die Spätburgunder wussten zu gefallen und C. Grenouille wurde für seine Auswahl viel gefeiert. Leider kam die versprochene Weinprinzessin nicht zu Besuch und am frühen Abend und nach 23 Weinen insgesamt gelüstete uns nach einem Frischgezapften.

Dorfschmuck

Das stellte sich als eher schwierig in Eltville raus und mit viel Mühe fanden wir das Clubheim des Tanzvereins, die außen ein Schild hängen hatten „Neu! Bier vom Fass!“. Anschließend genossen wir die örtliche Küche, tranken noch ein paar Flaschen Wein im Hotel und zockten Räff beim Skat ab. Am nächsten Tag sollte es mit der Herrlichkeit vorbei sein. Mit dem Zug ging es nach Wiesbaden, um eine weitere Auswärtsniederlage des FC St. Pauli anschauen zu müssen. Erst im Zug und bei der ersten Flasche Wein von Jakob Jung erwachten die müden Glieder und das Spiel war vergessen, der Ausflug ins Rheingau und die Weine aber nicht!

Meine Top-3 dieses Ausflugs:

  1. 2007 Erbacher Steinmorgen Spätburgunder trocken, Jakob Jung
  2. 2002 Kiedricher Sandgrub Riesling Eiswein SL, Heinz Nikolai
  3. 2007 Erbacher Hohenrain Riesling Erstes Gewächs, Jakob Jung

Wellblechstadion und Niederlage

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