Weinprobetrinken Burgunder

, am 08:00

In der Weinbar Sankt Pauli am 27.01.11

Es geht rund im Burgund

Das inzwischen 20. Weinprobetrinken (oder waren´s noch mehr? Wer´s genau weiß und es uns sagen kann, bekommt ein Gläschen Burgunder ausgegeben) stand an und das heutige Thema war Burgunder. Wie immer gab es sechs ausgewählte Tropfen zu probieren, wobei fünf aus der Bourgogne stammen und als Abschluss ein Spätburgunder aus Rheinhessen zum Vergleich verkostet wurde. Alle Weine und der als Starter-Crémant gab es natürlich den ganzen Abend auch glasweise im Ausschank.

Ein paar sind noch übrig und werden in den nächsten Tagen als Special im Angebot sein, so lange der Vorrat reicht.

Hier die Weine mitsamt Beschreibung:

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1) Crémant de Bourgogne AOC d’Heilly-Huberdeau, Bourgogne

Die Winzerin Martine von d´Heilly-Huberdeau zähmt für diesen Crémant den launischen Pinot. Dem Bio-Weingut aus dem Burgund gelingt es seit Jahren mit unglaublicher Konstanz, fruchtbetonte, leckere Burgunderweine zu liefern. In dieser etwas launigen aber ungemein spannenden Weinbauregion ist das alleine schon eine große Leistung. Ihr eleganter Crémant aus den Klassikern Chardonnay und Pinot Noir hat das Zeug, um so manchem doppelt so teuren Champagner das Fürchten zu lehren. Frisch, lebendig und finessenreich.

2) 2009 Petit Chablis AOC, Goulley, Bourgogne

Das Weingut von Philippe Goulley hat hier einen Petit Chablis gemacht, der kein typischer Petit-Chablis ist! Er schmeckt wie ein ausgezeichneter Chablis, Nase mit Röstnoten, frisch-zitronig und geradlinig im Mund, sehr lang im Abgang. Die Qualität seiner Chardonnaytrauben ist so hoch, dass die Weißweine sauber und brillant ohne Holz oder sonstige den natürlichen Charakter der Trauben verändernden Hilfsmittel auskommen. Die leckeren Röstaromen, die vor allem junge Weine so appetitanregend machen, stecken hier in den Trauben. Für den Chardonnay schon recht nördlich gelegen, entwickelt er hier besonders feine Aromen, weil er trotz relativer Kühle in anständigen Jahren perfekt ausreifen kann.

2) 2006 Montagny AC, Parisot, Bourgogne

Der Montagny ist ein 100% Chardonnay. Der Chardonnay gilt wie auch der Riesling als sehr hochwertige Weißweintraube. Sein Wein zeichnet sich vor allem durch Körperreichtum aus. Das Aroma ist weniger charakteristisch als das eines Rieslings oder Gewürztraminers, dafür kann der Chardonnay den Charakter der Weinbergslage gut zum Ausdruck bringen. Die berühmtesten Chardonnay-Weine wachsen auf den kalkhaltigen Böden des Burgunds. Ein robuster Chardonnay mit Birnengeschmack und Holzaromen.

4) 2009 Pinot Noir, Jaffelin, Beaune, Bourgogne

Das Burgunder-Haus Jaffelin blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Das Stammhaus hat seinen Sitz in der Weinhauptstadt des Burgund, in Beaune. Die Weine von Jaffelin zeichnen sich insgesamt durch intensive, reife Fruchtaromen und eine frische Säure sowie ihre hervorragende Lagerfähigkeit aus. Alle Weine werden handgelesen. Der Pinot Noir reift in großen Holzfässern für 6-8 Monate. Purpurrot im Glas, Duft von reifen Schwarzkirschen, gepaart mit dezenten, aber komplexen Holznuancen wie Toast, Mokka und Unterholz. Am Gaumen sehr harmonisch mit diskreten, reifen Tanninen und ergänzenden Aromen von schwarzen Früchten (Brombeeren, Heidelbeeren). Der Pinot Noir präsentiert sich insgesamt weich, rund bereits und angenehm trinkreif.

5) 2006 Pinot Noir Vieilles Vignes, Domaine Joseph Voillot, Volnay, Bourgogne

Das Reizvolle an Burgund sind neben den höchst unterschiedlichen verschiedenen Lagen mit ihren spezifischen geschmacklichen Charakteristika auch die jeweiligen Handschriften der einzelnen Domainen. So ist in Burgund der Name des Winzers ebenso wichtig wie die Weinberglagen. Joseph Voillot ist einer der ganz Stillen im Land des Weins. Das Land ist ein kleines Paradies in Burgund, denn die Domaine des Monsieur Voillot hat das Glück dort zu stehen, wo gleich zwei der schönsten Rotweinterroirs der gesegneten Region beheimatet sind: Pommard und Volnay. Voillots leise Töne und seine Bescheidenheit haben dazu geführt, dass seine Weine fast nur unter Weinkennern bekannt sind und noch immer als geniale Geheimtipps unter vorgehaltener Hand weiterempfohlen werden. In der Nase begeistert dieser Burgunder mit einem traumhaften Duft nach kleinen roten und blauen Früchten und reifen, schwarzen Sauerkirschen: Ungemein feingliedrig und delikat am Gaumen mit zarten erdigen Anklängen; ein präsentes feines Säuregerüst sowie edle Tannine.

6) 2007 Spätburgunder trocken „Kalkstein“, Weingut Manz, Rheinhessen

Als Vergleich ein deutscher Burgunder. In Weinolsheim, einem kleinen Ort im Hügelland Rheinhessens, liegt das Weingut Manz, das seit 1725 Weinbau betreibt. Heute bewirtschaften Vater Erich und Sohn Eric in der achten Generation die 20 Hektar Weinberge. Kalksteinhaltige Böden geben diesem im Barrique-Fass (225l) gereiften Spätburgunder Namen und Charakter. Der Wein belegte innerhalb der Region Rheinhessen beim „Deutscher Spätburgunderpreis“ für die Jahrgänge 2007 und 2008 den dritten Platz.

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Das nächste WPT steigt am Donnerstag 17.02.11 mit Weinen vom Duero/Duoro.

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