Merlot mit Blick auf die Elphilharmonie

, am 19:10

Hinweisschild am Eingang

Zwei Tage in Folge waren wir zur Weinprobe eingeladen, ich ließ es mir nicht nehmen an beiden Tagen teilzunehmen. Heute war es aber eher eine Kurzreise auf dem rechten Ufer der Gironde, dem Côtes de Bourg. Französische Weine, besonders die Merlotlastigen, sind nicht so meine Welt aber ich versuche es immer wieder aufs Neue. St. Paulis Froschpipi-Experte, C. Grenouille, ist zur Zeit in Quarantäne und so gab es keine Hilfestellung durch die “kleine Schweiz von Bordeaux”.

21 der 450 Winzer in der Côtes du Bourg boten ihre Weine in der pittoresken Umgebung der obersten Etage des Hotel Hafen Hamburg. Mit Blick auf Michel, Cap San Diego, Hafen, Millerntor-Stadion (mit herrlich grünem Rasen) und Elbphilharmonie wanderte man von Stand zu Stand, begrüßte neue und alte Bekannte der Weinwelt Hamburgs und lauschte den Worten des Moderators und Sommeliers Hendrik Thoma. Die Reise begann beim Château Brulesécaille mit einem Stahlfaßausgebauten und zwei Barriqueausgebauten Rotweinen. Guter und einfacher Einstieg in die Materie.

Hendrik Thoma begrüßt die Anwesenden

Vom Bio-Weingut Château de Côts (zu fruchtig für meinen Geschmack) wanderte ich zum Château de Thau von Albert Schweitzer und anschließend zum Château Garreau. Trotz 80% Merlot sehr schöne Weine, interessante Nase und langer Nachhall. Trotzdem wird Merlot erstmal nicht meine Traube werden. Zuviel Kirsche, zu fruchtig. Nach dem Château Grand Launay ging es zum Château Gravettes-Samonac und ich war erstmals am heutigen Tage voll und ganz begeistert. Sehr sehr schöne Weine zu günstigen Preisen. Hohes Preisleistungsverhältnis, die Elegance-Linie mit zurückhaltender Nase aber ausgewogenem Geschmack zwischen Tannin und Frucht. Die Prestige-Linie war der Hammer, tiefer Mandel-Duft, sehr langer Abgang. Der Wein für den Camping-Stuhl am Strand von Biarritz oder auf der Terrasse des Ferienhauses in den Pyrenäen. Dazu Salami, Käse und ne Pastete und der Urlaub kann beginnen. Träumerisch probierte ich mich durch das Schinken- und Käsebuffet vom Hotel Hafen Hamburg. Ganz ok aber da haben wir schon größere Gaumenfreuden bei Proben gereicht bekommen.

Das Buffet ist eröffnet

Nach den angenehmen Tropfen vom Château Mercier gab es mit dem Château Martinat noch mal ein Highlight. Satte Weine mit 20% Malbec, viel Pflaume im Duft und im Geschmack, man konnte lange drauf rumkauen und der Abgang dauerte länger als die Platzbegehung im Volkspark am Wochenende zuvor. Die 3 Faßproben von 2010 (Merlot, Cabernet Sauvignon und Malbec) von drei verschiedenen Winzern war eher ein Gang zur Saftbar. Den Abschluß suchten wir an der Bar Sydicale an der man sich selbst bedienen konnte, das Paradies für den Massentrinker. Aber wir haben immer brav ausgeschüttet. Von den 20 Weinen suchten wir die aus mit möglichst wenig Merlot-Anteil (was in der Côtes de Bourg etwas schwierig ist). 4 Sophie-Marceaus gab es für den 2008 Amethyste de Genibon vom Château Genibon Blanchereau und 1 Carla-Bruni für das Merlot-Monster vom Château Vieux Domaine de Taste.

Insgesamt ein interessanter Überblick über den Norden von Bordeaux. Gestern bei der VDP-Tour Grosses Gewächs gab es mehr aahs und ooohs, heute ist man dafür noch zurechnungsfähig.

Meine TOP 3 von heute:

1. 2007 Château Gravettes-Samonac, Elegance, Côtes de Bourg AC (5,70€ ab Weingut)

2. 2008 Château Martinat, Côtes de Bourg AC (11€ ab Weingut)

3. 2008 Amethyste de Genibon, Côtes de Bourg AC (8€ ab Weingut)

âmbourg

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