Vergesst Take That!

, am 17:26

Boygroup in der Weinbar

Während Robbie Williams mit Take That ein Konzert in Hamburg spielte, hatten wir die bessere Boygroup in der Weinbar zu Gast. Sehr unterhaltsam, zum Anschmiegen, es waren zwischendurch auch Kreischen und Flehen nach mehr zu hören. C. Grenouille hatte sein Trüffelschwein losgeschickt und aus seinem Keller zwei Erste Gewächse vom Johannishof mitgebracht. Die beiden Frontflaschen wurden flankiert von einem 200er Bordeaux von M. Eno und einen auf dem Weg zugelaufenen Chateauneuf du Pape. Ein Konzert der Großen aus dem Rheingau und Sophie Marceaus Heimatland.

2005 Riesling Erstes Gewächs Johannisberg Hölle, Weingut Johannishof, Rheingau:

Ja, das ist Wahnsinn, ich geh mit Dir durch die Hölle…

Mit einer tiefen Nase präsentiert sich dieser Riesling. Ein fulminanter Start des Abends. Das Publikum war von der ersten Minute an gefesselt und ging enthusiastisch mit. Im Mund der Geschmack einer Dose Tropical Cocktail mit leichtem Überhang von saftigen Pfirsich. Am Gaumen leicht schmelzig, hinten raus ein packender Geschmack. Die Säure hatte noch Biss, langer Abgang. Schon ein Hit.

2005 Riesling Erstes Gewächs Ruedesheim Berg Rottland, Weingut Johannishof, Rheingau:

Zweite Hälfte von Johannis

Mir gefiel der zweite Set noch besser als der Erste. Grenouille und M. Eno schwelgten eher an der Rotte. Wieder ne fette Tropenfrucht am Gesang. Dichte, dicke und saftige Riffs auf der Zunge mit einem imposanten Säurespiel. So sollte ein Riesling sein, wenn er mich durch die Bar hüpfen lassen will.

2000 Chateau Langoa Barton, Saint Julien, Bordeaux:

Feuchte Pferdedecke

Nach zwei Weißweinen kam der zweite Teil der Symphonie del Vino. Tagelang schwärmte M. Eno von der besten Flasche seines (Wein)kellers und brachte einen Roten eines renommierten Weingutes aus dem Bordeaux. Chateau Langoa und Leoville Barton gehören einer irischen Einwanderer-Familie, die nicht nur die irische Flöte und Bodhrán spielen können, sondern einen satten Rotwein-Sound durch die Boxen pusten. Insgesamt wurde der erste Rote mit verhaltenen Applaus angenommen. Roch wie ein Dressurpferd nach zweistündigen Training, prunkt allerdings mit feinen Aromen von schwarzer Johannisbeere, bisschen Toast mit Orangenmarmelade und leicht rauchiger Note. Das Feuerwerk begann zu glimmen, die Bühnenshow nahm zu. 74% Cabernet Sauvignon aus dem Medoc, für mich als Merlot-müder Mensch genau richtig. Der Dieter Bohlen der Weinkritik, Mr. Parker, gab dem Wein 94 Punkte.

2005 Chateauneuf du Pape, Domaine de Marcoux:

Furioses Finale

Beim Bummel durch den besten Weinladen Hamburgs (Wein & Boules in der Schanzenstraße) fiel uns diese Flasche in die Arme und flehte uns an, ein Teil der Boygroup des Abends zu werden. Frosch-Freund Grenouille zögerte nicht lange und engagierte die dickbäuchige Glas-Flasche für das Finale. Unser Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Was für ein spontaner Auftritt!! Hammer. Dunkelrote Farbe, süßlicher Duft in der Nase nach einen Schuss Cassis und Johannisbeer-Gelee, dick und rund mit erfrischender leichter Säure. Intensiver Stoff. Weintrinken lernt man auf alten Pferden aber die Praxis macht Spaß an den jungen Dingern aus dem Rhone-Tal. Die Musik spielte aus der Mischung von Grenache-, Mourvedre-, Syrah- und Cinsault. Leider war dieser Teil des kurzweiligen Konzertes nach 0,75l vorbei.

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